Guten Tag Herr Stärk,
vielen Dank für Ihre Email und das Vertrauen, das Sie uns entgegenbringen.
Die Idee, die Erderwärmung durch die Ausbringung von Chemikalien in der
Atmosphäre zu reduzieren, gibt es schon länger. Es gibt verschiedentlich
Projektideen dazu, die sowohl eine eigenständige Versprühung der
Chemikalien als auch die Beimischung in den Treibstoff von normalen
Verkehrsmaschinen vorschlagen. Ob es in Deutschland tatsächlich zu einer
Realisierung dieser Ideen gekommen ist, ist sehr fraglich.
Nach unseren
Erkenntnissen gibt es aus der Wetter- und Klimaforschung und -beobachtung
keine Hinweise auf das Vorhandensein dieser sogenannten Chemtrails.
Wir wissen
auch von keinem Projekt, das realisiert wurde.
Wenn diese Chemikalien eine echte Wirkung hinsichtlich der Beeinflussung des
Klimas haben sollen, dann müssten sie weltweit, großflächig und häufig
ausgebracht werden. Ansonsten würde das überhaupt keinen Sinn machen. Das
wäre allerdings sehr aufwändig, teuer und mit unvorhersehbaren Risiken
verbunden. Und das ist aller Wahrscheinlichkeit nach nicht der Fall. Es ist
jedoch nicht auszuschließen, dass es in Einzelfällen Probe- sprühungen
gegeben hat.
Hinweise auf das
Vorhandensein von Chemtrails werden aus beobachteten Kondensstreifen
abgeleitet.
Kondensstreifen
entstehen jedoch ganz normal bei Flugzeugen und mit der Zunahme des
Flugverkehrs entstehen auch immer mehr Kondensstreifen in der Atmosphäre.
Diese sehen - je nach Wetterlage und Luftströmungen - sehr unterschiedlich
aus und auch die Verweildauer in der Luft ist sehr unterschiedlich.
Das
Auftreten von Kondensstreifen ist in keiner Weise ein Indiz für Chemtrails.
Kondensstreifen entstehen, wenn sich Wasserdampf an feste oder flüssige
Bestandteile der Atmosphäre (z.B. Staub oder Rußpartikel) anlagert und
dann praktisch augenblicklich gefriert. Sie entstehen nur bei Temperaturen
unter minus 40 °C und bei einem ausreichenden Feuchtigkeitsgehalt der Luft.
Ist die Temperatur höher, kommt es nicht zum Gefrieren des Wasserdampfes.
Ist
die Luftfeuchtigkeit zu gering, löst sich der Kondensstreifen praktisch
sofort wieder auf, da die Eispartikel sofort verdampfen.
Je größer die Luftfeuchtigkeit (bei Temperaturen unter minus 40 °C) ist,
desto länger bleibt ein Kondensstreifen in der Luft bestehen. Wenn die
Atmosphäre mit Eis übersättigt ist, können Kondensstreifen über einen
Zeitraum von mehreren Stunden am Himmel erhalten bleiben. Unter solchen eisübersättigten
Bedingungen können sich Kondensstreifen noch verbreitern,
wobei ihr Aussehen immer mehr dem von natürlichen Eiswolken, den
Cirruswolken oder Cirren, ähnelt.
Die Schichten, in denen die Bedingungen für die Entstehung von
Kondensstreifen gegeben sind, werden von Luftströmungen und Verwirbelungen
beeinflusst. Sie liegen nicht plan in einer einheitlichen Höhe. So kann es,
wenn ein Flugzeug durch verschiedene Luftmassen fliegt, zu scheinbar abreißenden
und plötzlich wieder auftauchenden Kondensstreifen kommen.
Ein Gittermuster aus Kondensstreifen lässt sich mit den ca. 8.000 bis
9.000 täglichen Flugbewegungen über Deutschland erklären. Vergleichbar
den Straßen auf der Erde gibt es zahlreiche Luftkorridore, die sich natürlich
auch kreuzen. So können, bei entsprechenden Feuchtigkeitsverhältnissen,
Gittermuster aus Kondensstreifen entstehen.
Nach unseren Recherchen
lassen sich die, vor allem in der Zeitschrift "Raum und Zeit",
aufgestellten Behauptungen nicht bestätigen.
Die veröffentlichten
Fotos der beobachteten Kondensstreifen lassen keine Rückschlüsse auf einen
vermeintlichen Einsatz von Chemtrails zu.
Wir halten es für wichtiger, die Ursachen des Klimawandels zu bekämpfen,
d.h. das Verbrennen von Öl, Kohle und Gas zu verringern. Nur so lässt sich
der Klimawandel noch verlangsamen und schlimmere Auswirkungen langfristig
verhindern.
Der Ausstoß
des Treibhausgases CO2 muss in den kommenden
Jahrzehnten um 80 Prozent reduziert werden. Hier sehen wir unsere
Aufgabe und hier legen wir den Schwerpunkt unserer Klimaarbeit.
Wir arbeiten
mit Nachdruck an der Energiewende, d.h. wir wollen weg von der Verbrennung
von fossilen Energien und wir wollen einen Ausbau der erneuerbaren Energien.
Wenn Sie möchten,
finden Sie weitere Informationen zu erneuerbaren Energien unter folgendem
Link: http://www.greenpeace.de/energie
Freundliche Grüße
Angela Schadt
Greenpeace e.V.
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